Archive for November, 2009

Filmkritik – Twilight: New Moon

Ich weiß nicht wie ich mich habe überzeugen lassen, vermutlich waren es die familiären Bande zu meiner Schwester, aber ich war tatsächlich im zweiten Teil der Twilight Saga – New Moon sollte es also am Vorpremierenabend sein.

Twilight: New Moon

Wenn man den Film mit zwei Pausen zeigen würde und die Pausen jeweils nach 1/3 wären, so würde ich empfehlen den Vorführsaal erst nach der zweiten Pause zu betreten. Denn wer dachte die schauspielerische Leistung der Darsteller hätte sich nach dem ersten Film verbessert, der wird tatsächlich enttäuscht, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann. Immerhin hat man das Gefühl die Hauptdarsteller haben EINEN neuen Gesichtsausdruck erlent, er liegt zwischen ‘ich wurde gerade getötet’ und ’soll Vanilljoghurt grün sein’. Anyway – Zentral ist natürlich die aufopfernde Liebesgeschichte zwischen dem langweiligsten Vampir der Filmgeschichte und der untalentiertesten Schauspielerin der Welt, die gruseliger Weise auch im ‘echten’ Leben ein Paar sind.

Eigentlich passiert recht wenig da ja die unterschwellige Mormonenmessage ‘kein Sex vor der Ehe’ unausgesprochen ganz hoch gehalten wird … Haben sich die Vampire aus Gründen des Schutzes der weiblichen Hauptdarstellerin verzogen kommen die Wehrwölfe / Transformers auf die Bildfläche … Man fragt sich warum die Jungs die ganze Zeit so gut wie nackt sein müssen und auch nur bei der kleinsten Gelegenheit ihre Shirts ausziehen, um ihren Waschbrettbauch zu zeigen – immerhin sind die der Wolfsdarsteller echt, während unser Freund Robert Memmenvampir Pattinson einen Waschbrettbauch auf sein Körperlein gemalt bekam – Hut ab vor dem Bodypainter! Nun ja zurück zum FFK-Film: Ich hatte den Eindruck, dass damit lediglich die Fixierung auf ein bestimmtes Publikum erreicht werden soll, nämlich pubertierende Mädchen und fleischbeschauende Schwule … man muss einfach sagen, dass sich gewisse Klischees prima im Publikum beobachten lassen.

Nun ja, irgendwann ist dann DER tragische Moment nach klassischer missverständnis-ich kann dich nicht leiden-eifersuchts Posse da und Mister ich beiß keine Menschen will sterben … nun kommen dann endlich mal echte Vampire ins Spiel die einfach böse sind und Menschenblut trinken, schön zu sehen, dass sich die Autorin der Twilight Bücher auch an den klassischen Vampierstoff hält, wo sie doch auch ansonsten alle Ideen aus der Literatur zusammengeklauit hat. Leider können sich die bösen Vampire nicht richtig austoben, da die Hauptdarsteller ja noch zwei Filme versauen müssen, immerhin kommt man in den Genuß einer Matrix-Abklatsch-Kampfszene und der Präsentation einiger X-Men Vampirkräfte, die bei der mit Langeweile gesegneten Bella (aka die Hauptdarstellerin mit 1 1/2 Gesichtsausdrücken) natürlich nicht wirken.

Fazit

Vielleicht bin ich zu alt, zu abgedroschen, zu langweilig oder einfach zu anspruchsvoll um diesen Film wirklich gut finden zu können – ich vermute ich habe zu viele echte Filme gesehen mit echten Schauspielern und echten Buchvorlagen, als dass ich hier eine Qualität entdecken könnte … eins muss ich dem Film allerdings lassen: Die Landschaft der kanadischen Coast Mountains und die Landschaften rund um Vancouver sind mal wieder wunderbar in Szene gesetzt, ich bin mir sicher hinter einem Baum einen X-Men gesehen zu haben …

Ich gebe dem Film auf einer Skala von 1 – 10, wobei 1 die schlechteste (in etwa Rosamunde Pilcher) und 10 die beste (V wie Vendetta) Bewertung ist eine magere 1 – seichter Zeitvertreib, eine Story die bei arte einen 2-Minütigen Kurzfilm füllt, miese Schauspiler und die Angst auf 2 weitere Teile die ich mir natürlich anschauen werde, da ich die Hoffnung das Gute in der Materie zu finden nicht aufgeben will …

In diesem Sinne keep on watching

Heißer Tipp: Sonntag 29.11.2009 zdf_neo 23 Uhr Coldplay in London!

Cheers

Bjørn

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#1 Ekel – Rezeption

Moin,

ich versuch jetzt mal von der Beschreibung des Abends einen Schritt weiter zu gehen. Ich habe ein wenig über unsere Rezeption der Filme nachgedacht. Ich will damit beginnen, wie ich auf die Filme gekommen bin. Ich habe mich aus Interesse via Wikipedia mit Kannibalismus beschäftigt und bin so natürlich auch auf diesen Rothenburger Fall gekommen (der nur so nebenbei, garnicht so heftig ist, es gibt noch viel heftigere Fälle, die aber das Interesse nicht so geweckt habe, weil die Opfer meistens nicht verlangt haben gegessen zu werden). So stieß ich auf den Film Cannibal und mit dem Keyword „indiziert“ hat er natürlich meine Aufmerksamkeit erregt. Es gibt keine Trailer im Netz, deswegen habe ich mir alle Comments auf IMDb durchgelesen. In diesen Comments kamen dann Sätze vor wie „Schaut ihn euch nicht an“, „Der ekelhafteste Film den ich je gesehen habe“, „Schlimmer als…“. Ja und bei den schlimmer als, wurden dann Salò und Pink Flamingos erwähnt, was natürlich sofort meine Interesse weckte.

So nun frage ich mich, warum wollte ich diese Filme sehen. Warum war dann nach den Filmen eine kleine Entäuschung vorhanden, weil sie doch nich so eklig waren, wie ich mir das erhofft habe. Ich glaube, dass niemand von uns selbst zu solchen Taten fähig wäre, trotzdem hatten wir alle Spaß uns sowas auf dem Fernsehbildschirm bei Chips und Bier anzuschauen.

Als ich 15 war bin ich erstmals auf Snuff-Filme aufmerksam geworden und habe ein bisschen was davon gesehen, habe aber nicht weiter geguckt, weil ich nicht entscheiden konnte ob es echt oder fake war. Bei twogirlsonecup ist das ähnlich. Haben uns diese Filme nur deswegen nicht so schockiert, weil wir wußten, dass es nicht echt ist, was dargestellt wird?

Ich glaube da entsteht für Kunst ein echtes Problem, denn Kunst soll ja auch schockieren und kontrovers sein und man soll sich ja auch immer mal die Frage stellen ob sowas wirklich so liberal behandelt werden soll, oder ob das indiziert werden soll (was jedoch lächerlich ist, weil den Cannibal zu bekommen war über diverse Wege problemlos machbar). Wenn Kunst nur noch schockiert, wenn sie echt ist oder zumindest den Anschein hat, dass es echt sein könnte, ergibt sich ein Dilemma. Denn um wirklich echt Verbrechen nachzustellen, muss man sie ja begehen.

Ist es gut, dass wir so abgehärtet sind? Eine weitere kleine Anekdote aus meiner Jugend im Osten dieses Landes. Irgendwann war ich in der Bibliothek meines damaligen Gymnasiums und fand einen Bildband. Er zeigte Bilder von BRD-Deutschen Soldaten im Kongo, wie sie Leichen schänden, wie unschuldige Kinder sterben und hungern. Dazu Bildunterschriften wozu die Anti-Kommunisten alles fähig sind. Die Bilder wirkten alle sehr echt und ich glaube auch bis heute, dass die Bilder echt waren. Mich hat es damals schockiert, denn ich wusste natürlich aus Anti-Kriegsfilmen und dem Geschichtsunterricht, das Krieg schrecklich ist und das Menschen in solchen Situationen zu allem fähig sind, aber das war alles nur theoretisch oder fiktional bzw. nachgestellt. Die Bilder waren echt.

Man kann sehen, das die Leute im Moment, wirklich nur vom Hocker gehauen werden können, wenn sie sich vormachen können, dass es eventuell echt ist (man denke den semi-dokumentarischen Stil von Unterhaltung wie Blair Witch, Muxmäuschenstill oder gar Stromberg).

Im Prinzip haben wir dadurch ja genau, dass erreicht was bei Salò gefordert wird. Wir sind von unseren Hemmungen befreit (also zumindest im Kopf.. sowas real zu machen ist sicherlich noch eine andere Geschichte), die Frage ist, welche Rolle bei Salò wir spielen. Die gefangenen Jugendlichen, die das irgendwie gegen ihren willen erfahren (manchmal sieht man ja was im Netz, dass man nicht unbedingt sehen wollte) und entweder traumatisiert werden, irgendwie seltsam gefallen daran finden oder ganz abdriften, in einer Traumwelt leben und anfangen zu tanzen oder ob wir die Ausführenden sind, die ihren Perversionen freien lauf lassen und keine Rücksicht auf das jeweilige Opfer nehmen.

Schöne neue Freiheit, gewonnen durch das Internet und nichtmal gewusst, dass man diese Freiheit haben wollte. Da könnte man jetzt diese lange Diskussion über Internetsperren auspacken, aber das sollen andere machen. Ich frage mich nur selbst, warum ich nicht mehr schockiert werden kann und ob dadurch nicht etwas verloren geht. Vielleicht sitzen unsere Kinder irgendwann Sonntags emotionslos mit uns auf dem Sofa und wir gucken den neusten Pornokrimi vom ZDF. Die neue Familienidylle, den konservativen Parteien Deutschlands wird’s gefallen.

Morgens wird’s kalt

Karsten

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#1 EKEL – Thoughts

Der erste vollständige Abend unseres illustren Kreises fand unter dem Großthema EKEL statt, auch wenn sich im Laufe des Abends diverse Subthemen identifizieren ließen. Darunter in etwa: Sex, Perversion und Fäkalien … In jedem Fall wurden die drei Filme des Abends ihrem von Karsten verliehenen Motto in unterschiedlichster Weise gerecht.

Pink Flamingos

Man kann den Film mit Recht als Klassiker des Ekelklamauks bezeichnen. Mit einem geradezu lächerlichen Budget drehte John Waters (u.a. Hairspray und Serial Mom) diesen Film im Jahre 1972 und man ist sich nicht ganz sicher, wie er es schaffte den Film tatsächlich in die Kinos zu bringen, einen offiziellen Verleiher gibt es jedenfalls nicht. Die Story ist schnell erzählt, es geht um den Kampf zweier Familien die ‘most filthiest persons alive’ zu sein. Dabei reichen ihre Waffen von der Verschickung eines Päckchens mit Exkrementen, dem Ablecken der ganzen Wohnungseinrichtung des Anderen und letztendlich des Teeren, Federns und Erschießens des Gegners. Zu den ‘Ekelhöhepunkten’ von Pink Flamingos zählen definitv die Penetration eines Huhns dem dabei der Kopf abgerissen wird, die Geburtstagsparty von Divine und die Endsequenz des Films in der Divine Hundekot isst. Wobei wir in der anschließenden kurzen Diskussion auch zu dem Schluß kamen dass allein der Anblick von Divine oder beispielsweise ihrer Mutter schon Ekel genug hervorrufen kann … Pink Flamingos ist vielleicht kein Film für einen 0815-Filmabend, aber mit Sicherheit sehenswert.

Die 120 Tage von Sodom

Im Original ‘Salò o le 120 giornate di Sodoma’ von 1976. Dieser Film ist in seiner Rezeption schon etwas schwerer. Es geht auf jeden Fall um vier italienische Nazis, die sich zusammen mit vier Edelhuren einen Harem an Jungs und Mädchen suchen, um mit ihnen einen Art Herrenrasse zu züchten bzw. ihre perversen Sexualtriebe zu verwirklichen. Der Film verläuft, ähnlich wie Antichrist, in Kapiteln. Der retardierende Moment der Handlung ist zugleich aber auch ein handlungsgebender Moment, dabei handelt es sich  jeweils um eine erzählte Episode aus dem Leben einer der Edelhuren, die ganz im Stile des Marquis de Sade gehalten ist. Die Erzählerin wird von einem Klavier begleitet und diese Episoden muten teilweise wie ein Traumsequenz an. Anschließend werden die beschriebenen Praktiken in die Tat umgesetzt. Dabei handelt es sich um Gruppensex, Analverkehr, homo- und heterosexuellen Sex bis hin zum gemeinsamen Diner von Exkrementen. Der Film endet mit der Tötung der Jugendlichen, die gegen die Regeln ihrer Entführer verstoßen haben und ganz im Sinne E.A. Poes (’Die Strafe für die Sünde ist der Tod’) werden die ‘Verbrecher’ auf bestialische Weise hingerichtet.

Der Film ist am Ehesten ein Kustfilm. Die Kulisse und die begleitende Musik sind mit bedacht gewählt und geben dem Film eine besondere Ästhetik. Ich fühlte mich teilweise an Picnic at Hangig Rock von Peter Weir erinnert. Das Perverse bzw. der Ekel an dem Film sind nicht unbedingt die dargestellten Handlungen und Ideen der vier Nazis, sondern viel eher die Gewissheit, dass genau solche Dinge unter faschistischen Regimen möglich und Realität waren. Dem katholischen Italien wird in dem Film nicht nur duch den Spielort Rechnung getragen, sondern auch in der Eigenartigkeit, dass ständig Hochzeiten statt finden,  ohne auf Geschlecht oder vorhergegangene Vermählungen zu achten – hauptsache Hochzeit.

Cannibal

Der Höhepunkt des Abends war dann der 2006er, auf der Geschichte des Kannibalen von Rothenburg basierende Film Cannibal. Im Prinzip wussten wir alle was auf uns zu kommen sollte, als wir den Titel genannt bekamen, doch der Film erfüllte in höchter Weise seinen Auftrag uns zu ekeln. Hier tun sich wirklich die Abgründe menschlichen Denkens und menschlichen Verlangens auf. Man fragt sich wie es dazu kommt, dass sich ein Mensch tatsächlich wünschen kann gegessen zu werden, geschweige denn einen anderen Menschen zu schlachten, zu kochen und dann zu essen.

Es ist komischerweise ein ruhiger Film, der sich diese Ruhe auch bis zum Ende erhält. Beginnend mit der Suche des ‘Mannes’ nach seinem ‘Fleisch’, die sich als nicht sehr einfach gestaltet. Fragmentarisch sieht man Treffen mit potentiellen Kandiaten und Fetzen von Chats im Internet. Letztendlich finden und treffen sich Mann und Fleisch, wie sie im Abspann genannt werden. Es entwickelt sich eine quasi romantische Beziehung zwischen den beiden Männern. Irgendwann fordert das Fleisch dann danch endlich zum Punkt zu kommen und nach mehreren Anläufen kommt es dann  zur Entmannung und zum gemeinsamen Verspeisen des Penises des Fleisches. Spätestens jetzt waren wir im Bann des Ekels gefangen … die Gewissheit, dass sich diese Geschichte tatsächlich so zugetragen hat macht diesen Film mehr als gruselig. Im Prinzip steht er Exemplarisch für eine Gesellschaft in der es keine Tabus mehr gibt, das Verlangen nach mehr und exotischerer Befriedung immer größer wird und die Möglichkeiten diese zu befriedigen immer häufiger werden. Das ersterben des Fleisches und die Schlachtung kann man nur noch nebenbei wahr nehmen. Die Identifikation von Fehlern (zu viele Rippen beim Opfer …) war meiner Meinung nach unser Versuch und zu vergegenwärtigen dass da ein Tier geschlachtet wird und nicht gerade wirklich die Ausweidung eines Menschen von Statten geht.

Fazit

Das Thema Ekel wurde in jedem Film erfüllt. Pink Flamingos ekelt durch aberwitzige Charaktere und Ideen, Die 120 Tage von Sodom schafft dies duch die Darstellung dessen was ein Mensch einem anderen antun kann, nur um seine Phantasien zu befriedigen und Cannibal ekelt zusätzlich noch durch die Darstellung dessen, was sich ein Mensch antun lässt um seine Phantasie Realität werden zu lassen, nicht zu vergessen dass es zu 100% ein Film basierend auf wahren Begebenheiten ist.

Ich schließe mich Jan in seinem Fazit an … auch wenn man sich noch ekelt und geschockt ist, der Grad der Abhärtung hat in den Zeiten des Internets und der unbeschränkten Berichterstattung in allen Medien zugenommen, was vor 20 Jahren die Menschen noch tief getroffen hat wird von uns heute vielleicht nur noch mit einer hochgezogenen Augenbraue wahr genommen.

Nun arbeite ich auf Hochtouren an meinem Thema und freue mich schon auf den kommenden Themenabend unter der Fehderführung von Paul …

Cheers

Bjørn

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#1 EKEL

Es ist vollbracht! Gestern, am 18.November 2009 lud Karsten zu sich in die WG ein und das Thema lautete: EKEL.

Der Abend begann vergleichsweise harmlos mit dem 70er Jahre Kultfilm Pink Flamingos, in dem der extravagante Transvestit Divine, zusammen mit ihrer nach Eiern süchtigen, retardierten Mutter, ihrem kriminellen Sohn Crackers und dessen nicht minder krimineller Wegbegleiterin Cotton gegen das perverse Ehepaar Raymond und Connie Marble, das einen illegalen Baby-Schwarzmarkt betreibt, einen Wettstreit austrägt. Es geht um nichts Geringeres als den Titel der “filthiest person alive”. Schräge Menschen, gefärbte Schamhaare, unappetitlicher Fußfetischismus und viel hässliche, nackte Haut führten das Thema auf humorvolle Art gelungen ein. Vor allem die Fäkalien im Abspann waren eine gute Überleitung zum nächsten Film. Die 120 Tage von Sodom, ebenfalls ein Werk aus den 1970er Jahren, basierend auf dem gleichnamigen Buch des Marquis de Sade, spielt im faschistischen Italien. Gewaltsam entführte Männer und Frauen im jugendlichen Alter werden von der Führungsriege der sogenannten Republik von Salò auf einem Landsitz gefangen gehalten und dazu gezwungen der Obrigkeit in jedweder sexueller Hinsicht zu dienen. Regelverstöße werden strikt geahndet – nicht selten mit dem Tode. Der Film unterteilt sich in drei Segmente: Die Höllenkreise der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes – wobei vor allem der Scheiße eine fast huldigende Rolle zuteil wird. Kurz: Was gab´s zu sehen? Menschenunwürdiges Verhalten, Vergewaltigungen, Scheiße, noch mehr Scheiße, Folter, Mord, hässliche Täter, schöne Opfer. Der dritte und letzte Film an diesem Abend war schließlich Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen (2006), der sich um die Ereignisse des Kannibalen Armin Meiwes und dessen Tötung an Bernd Jürgen Armando Brandes dreht. Die detailgetreue Darstellung der Sezierung beginnt zwar erst recht spät, eine bedrückende und spannend-nervige Atmosphäre entsteht jedoch von Anfang an durch die fehlenden Dialoge, die durchgehende Klaviermusik und das schlechte Equipment die Low-Budget-Produktion. Der Film ist nicht wirklich ein Kunstfilm, versucht aber einer zu sein – und scheitert dabei. Wie bei allen Filmen an diesem Abend ist auch hier die schauspielerische Leistung und die Story absolut zu vernachlässigen, Ekel erzeugte vor allem das verstörte, kannibalistisch-homosexuelle Verhältnis von Fleisch und Fleischer, das den Täter als schwaches Opfer darstellen lässt, sowie der schlussendliche Höhepunkt: Die Ausweidung. Eine menge Blut, abgetrennte Körperteile, ein Rumpf mit zu vielen Rippen (Schwein?), sowie ein Crashkurs als Fleischer rundeten den Abend perfekt ab und wir konnten alle glücklich nach Hause gehen, in freudiger Erwartung auf das nächste Thema.

Erkenntnis: Schöne (im Sinne von eklige) Filme, Soll zu 100% erfüllt, jedoch ist man als Mittzwanziger und Kind des Internetzeitalters irgendwie schwer abgehärtet. Egal ob goatse.cx, das 2Girlsonecup-Video oder rotten.com, den 70er Jahre Kino-Ekel schockt heute kein 14-jähriges Mädchen mehr. Leider.

 

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When there’s no more room in hell, the dead will walk the earth

Herzlich Willkommen auf einthema.de

Die Idee für diesen Filmblog entstand, wie so viele Ideen, aus einer Sauflaune heraus. Am 11.November 2009, als die Mainzer Narren wieder das erste Mal auf die Menschheit losgelassen wurden, verschanzten sich drei Filmfreunde, um (dem Anlass entsprechend) Zombie-Filme zu schauen. Mit Dead Snow und I walked with a Zombie war sowohl ein Klassiker, als auch ein Novum dieses Genres vertreten. Wichtiger als die gesehenen Filme war allerdings die Erkenntnis, einen regelmäßigen, thematischen Filmabend ins Leben zu rufen. Gesagt, getan! Die Gruppe wurde auf vier aufgestockt und folgende Regeln festgehalten:

  1. Das Thema des nächsten Filmabends denkt sich abwechselnd eine Person aus
  2. Das Thema des nächsten Filmabends wird nicht vorher bekanntgegeben
  3. Das Thema des nächsten Filmabends darf kein Genre sein
  4. Derjenige, der sich das Thema des nächsten Filmabends ausdenkt, stellt auch die Filme

Als fester Tag wurde der Mittwoch gewählt – je nach Zeit und Lust der anwesenden Seher – in einem wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Turnus.

Ziel dieses Blogs soll es nun sein, sowohl einen Überblick über das Ges(ch)ehene zu behalten, als auch Vorschläge für Filme abseits des Themenabends zu publizieren, sowie einen Informations-/Meinungsaustausch über Fernsehen / Kino / DVDs / Filmfestivals im Allgemeinen zu erreichen.

Viel Spaß dabei!

Jan

 

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