Ich weiß nicht wie ich mich habe überzeugen lassen, vermutlich waren es die familiären Bande zu meiner Schwester, aber ich war tatsächlich im zweiten Teil der Twilight Saga – New Moon sollte es also am Vorpremierenabend sein.
Twilight: New Moon
Wenn man den Film mit zwei Pausen zeigen würde und die Pausen jeweils nach 1/3 wären, so würde ich empfehlen den Vorführsaal erst nach der zweiten Pause zu betreten. Denn wer dachte die schauspielerische Leistung der Darsteller hätte sich nach dem ersten Film verbessert, der wird tatsächlich enttäuscht, auch wenn man sich das kaum vorstellen kann. Immerhin hat man das Gefühl die Hauptdarsteller haben EINEN neuen Gesichtsausdruck erlent, er liegt zwischen ‘ich wurde gerade getötet’ und ’soll Vanilljoghurt grün sein’. Anyway – Zentral ist natürlich die aufopfernde Liebesgeschichte zwischen dem langweiligsten Vampir der Filmgeschichte und der untalentiertesten Schauspielerin der Welt, die gruseliger Weise auch im ‘echten’ Leben ein Paar sind.
Eigentlich passiert recht wenig da ja die unterschwellige Mormonenmessage ‘kein Sex vor der Ehe’ unausgesprochen ganz hoch gehalten wird … Haben sich die Vampire aus Gründen des Schutzes der weiblichen Hauptdarstellerin verzogen kommen die Wehrwölfe / Transformers auf die Bildfläche … Man fragt sich warum die Jungs die ganze Zeit so gut wie nackt sein müssen und auch nur bei der kleinsten Gelegenheit ihre Shirts ausziehen, um ihren Waschbrettbauch zu zeigen – immerhin sind die der Wolfsdarsteller echt, während unser Freund Robert Memmenvampir Pattinson einen Waschbrettbauch auf sein Körperlein gemalt bekam – Hut ab vor dem Bodypainter! Nun ja zurück zum FFK-Film: Ich hatte den Eindruck, dass damit lediglich die Fixierung auf ein bestimmtes Publikum erreicht werden soll, nämlich pubertierende Mädchen und fleischbeschauende Schwule … man muss einfach sagen, dass sich gewisse Klischees prima im Publikum beobachten lassen.
Nun ja, irgendwann ist dann DER tragische Moment nach klassischer missverständnis-ich kann dich nicht leiden-eifersuchts Posse da und Mister ich beiß keine Menschen will sterben … nun kommen dann endlich mal echte Vampire ins Spiel die einfach böse sind und Menschenblut trinken, schön zu sehen, dass sich die Autorin der Twilight Bücher auch an den klassischen Vampierstoff hält, wo sie doch auch ansonsten alle Ideen aus der Literatur zusammengeklauit hat. Leider können sich die bösen Vampire nicht richtig austoben, da die Hauptdarsteller ja noch zwei Filme versauen müssen, immerhin kommt man in den Genuß einer Matrix-Abklatsch-Kampfszene und der Präsentation einiger X-Men Vampirkräfte, die bei der mit Langeweile gesegneten Bella (aka die Hauptdarstellerin mit 1 1/2 Gesichtsausdrücken) natürlich nicht wirken.
Fazit
Vielleicht bin ich zu alt, zu abgedroschen, zu langweilig oder einfach zu anspruchsvoll um diesen Film wirklich gut finden zu können – ich vermute ich habe zu viele echte Filme gesehen mit echten Schauspielern und echten Buchvorlagen, als dass ich hier eine Qualität entdecken könnte … eins muss ich dem Film allerdings lassen: Die Landschaft der kanadischen Coast Mountains und die Landschaften rund um Vancouver sind mal wieder wunderbar in Szene gesetzt, ich bin mir sicher hinter einem Baum einen X-Men gesehen zu haben …
Ich gebe dem Film auf einer Skala von 1 – 10, wobei 1 die schlechteste (in etwa Rosamunde Pilcher) und 10 die beste (V wie Vendetta) Bewertung ist eine magere 1 – seichter Zeitvertreib, eine Story die bei arte einen 2-Minütigen Kurzfilm füllt, miese Schauspiler und die Angst auf 2 weitere Teile die ich mir natürlich anschauen werde, da ich die Hoffnung das Gute in der Materie zu finden nicht aufgeben will …
In diesem Sinne keep on watching
… Heißer Tipp: Sonntag 29.11.2009 zdf_neo 23 Uhr Coldplay in London!
Cheers
Bjørn